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Interview - Peter Schneider im Gespräch mit Bernd Polster
Bernd Polster lebt als freier Publizist in Bonn. Er ist Designkorrespondent der Financial Times Deutschland und veröffentlichte zahlreiche Bücher zu kultur- und designgeschichtlichen Themen. Er entwickelte u.a. die Buchreihe "Design-Lexika".
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Gehören die Rasierapparate bei Braun zu den wichtigsten Produkten?
Ja, es ist die wichtigste Produktlinie bei Braun. Ich kenne nicht genau die Umsatzanteile, es ist jedoch in jedem Fall der tragende Geschäftsbereich.
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Das ist auch für das Image wichtig, da doch Rasierer immer noch sehr eng mit dem Firmennamen verbunden sind.
Ja! Früher war Braun allerdings eher bekannt für Radios und Phonogeräte. "Rasierer" war ein kleiner Nebenzweig. Es gab einen großen Aufruhr hier, als 'Rasierer' ein eigener Bereich wurde und nicht mehr zur Haushaltslinie gehörte. Heute ist es der tragende Bereich für das Markenimage. Wir hatten früher auch andere Geschäftsfelder, wie z.B. Foto und besonders Amateurfilm unter der Marke Nizo. Aus dem heutigen Blickfeld gesehen haben wir Gott sei Dank diese Bereiche rechtzeitig aufgegeben bzw. verkauft. Denn durch die neue technologische Entwicklung des Magnetbands hat das Thema ansich aufgehört zu existieren. Irgendwie entwickeln sich die Dinge immer in einem relativ gesunden Maß weiter.
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Wobei die Entwicklungen durchaus nicht so eindimensional waren. Einerseits hat Braun Bereiche abgegeben und andererseits sind immer wieder neue hinzugekommen. Z.B. die Uhren und Zahnbürsten.
Mit elektrischen Zahnbürsten haben wir uns schon früh beschäftigt. Die 1960 gegründete Braun Electric International S.A. in der Schweiz entwickelte ein Zweitprogramm unter dem Namen "maya". Dazu gehörte auch die Zahnbürste "maya-dent", die 1963 auf den Markt kam. Willi Zimmermann, der damalige Werbeleiter, hat in einer Zwischen-den-Jahren-Aktion das Design dafür entwickelt. Sie wurde von der Lenco AG produziert und erfolgreich von Braun ca. 3 Jahre lang vertrieben. Es dauerte danach immerhin noch 15 Jahre bis wir Braun-intern die Batteriezahnbürste ZB1 entwickelt haben, aus der dann die nachladbare Akku-Elektrozahnbürste D1 (1978) wurde. Die Entwicklung der D1 ist somit der Startpunkt für die Braun-eigene Elektrozahnbürstenkategorie.
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Wie viele Leute beschäftigen sich bei Braun heute mit Design?
Mit Designentwicklung beschäftigt sich ausschließlich die Designabteilung in Kronberg. Wir sind derzeit 22 fest angestellte Mitarbeiter. Das ist eine recht kompakte Abteilung für durchschnittlich 80 Projekte im Jahr. Eine spezielle Struktur und eine eigene Arbeitsmethodik ermöglicht uns diese Effizienz. Wir sind sehr erfolgreich damit.
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