/home/BraunPreis Allgemein/ Interview [alle]/ Interview 2 [Peter Schneider]/    
   
  Was hat ihr Vater gemacht?
Mein Großvater Rudolf Schneider war Gründer und Gesellschafter der Blendax-Werke in Mainz. Nach dem Krieg war die Firma kaputt. Mein Großvater hatte daher meinen Vater nach Perú geschickt (eines der damals typischen Auswanderungsländer), um dort eine neue Existenz aufzubauen. Man wusste ja nicht, wie es in Deutschland weitergeht. Das hat er dann auch getan. Er hat dort ein Unternehmen, eine Fabrik aufgebaut, wieder mit dem gleichen Thema - nämlich Zahnpasta und Zahnbürsten. Später hat sich in Deutschland die Lage beruhigt und man fing an wieder aufzubauen. Und Blendax wurde wieder groß.


  Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, Design zu studieren, damals noch ein ziemlich exotisches Fach?
Eigentlich durch Herbert Ohl, dem damaligen Leiter der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Er war befreundet mit dem Geschäftsführer der Blendax. Zu dem Zeitpunkt, als wir meine beruflichen Zukunftspläne diskutierten, hatte ich durch ihn eine Vision vom Beruf des Designers bekommen. Eigentlich sollte ich, wie es sich für ordentliche Familienunternehmen gehört, in die kaufmännischen Fußstapfen meines Vaters treten. Das wollte ich nicht so recht. Ich konnte mir in meinen jungen Jahren nicht vorstellen, als Business Controller in einem Unternehmen zu verkrusten. Und ich konnte mir auch nicht vorstellen, den hochgesteckten Erwartungen in mich in diesem Bereich gerecht zu werden, zumal ich gemerkt hatte, dass meine Neigungen und Stärken eher im kreativen Bereich liegen.

Deswegen hatte ich mich bei der HfG Ulm beworben. Dort wurde mir jedoch erst einmal empfohlen, zu einem Praxissemester auf die Folkwangschule für Gestaltung in Essen zu gehen. Ein Fachpraktikum bzw. Praxissemester war notwendig für die Aufnahme an der HfG Ulm. Das habe ich dann getan. Ich habe mich in Essen beworben, die Aufnahmeprüfung gemacht und bestanden.


  Die Folkwangschule in Essen ist auch ein gute Adresse.
Ja, und als ich im zweiten Semester in Essen war, wurde die HfG in Ulm geschlossen. Ich glaube auch nicht, selbst wenn die Ulmer Hochschule für Gestaltung noch weiter existiert hätte, dass ich noch gewechselt hätte. Ich fühlte mich bereits schon wohl in Essen und hatte mich gut eingelebt. Die Folkwangschule war damals auch die zweitbeste Adresse. Es war insofern alles im grünen Bereich. Ich habe mir dann auch gar nicht mehr so sehr einen Kopf darüber gemacht.


  Danke für das Gespräch, Herr Schneider.
Mit Peter Schneider sprach Bernd Polster.


   
         
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Stand: 02.09.2008, 01:09

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